Der Pophimmel ist nicht weit - er ist nur einen Plattenladen oder ein paar Klicks entfernt und von dort oben auf den Wolken, wo diejenigen Bands sitzen, welche Popmusik schlichtweg mitgeprägt haben, lassen sich nun auch Crowded House wieder auf die Erde hinunter und möchten mit „Time on Earth“ einladen zum knuffigen Pop-Dinner.
Gegründet 1985 haben Crowded House einiges an Erfolgen vorzuweisen. Da sind Hits wie „Don’t dream it’s over“, „Weather with you“ oder „Better be home soon“ und insgesamt 6 Studioalben, die nun mit „Time on Earth“ die Sieben voll machen.
Bereits der Eröffnungssong "Nobody wants to" ist Crowded House pur – schöne Melodie, keine Haken und Ösen und insgesamt ein ruhiger und gefälliger Popsong. Ähnlich verhalten sich auch „Don’t stop now“ und das recht britisch poppige „She called up“, das in seinen kurzen knapp 3 Minuten durchaus gute Laune erzeugen kann, wenn man sich auf die sehr verspielte Einfachheit des Titels einlassen kann. Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Crowded House kommen aus Australien. Melbourne, um genau zu sein. Naja, Neil Finn, Frontmann und Hauptsongwriter der Band eigentlich ja aus Neuseeland – hätten wir das auch geklärt.
Also eigentlich ein ganz guter Einstieg, was „Time on Earth“ da bietet. Aber nach knapp 10 Jahren Pause würde man sich doch ein weniger mehr Kreativität erhoffen. Kreativität und Qualitäten, die sich dann zwischenzeitlich in Songs wie „Say that again“, wo abseits der Popnormalität, die sich in einfachen und effektiven Harmoniefolgen gefällt, auch mal über einen einzelnen Akkord variiert wird, um sich dann im passenden Schlussakkord der Auflösung zu widmen. Ebenfalls einfallsreich zeigt sich der Song „Transit Lounge“, der groovig daherkommt und sich mit hübschem Refrain abzuheben weiß.
Tatsächlich wird das Album ab der Mitte dann deutlich besser – und „besser“ heißt in diesem Fall einfach ein wenig mehr als „normale“ Popmusik. Da gibt es den Song „Sigh“, wo über den ganzen Titel hinweg ein Background-Synthie liegt, der wie ein einziger Seufzer liegt. Da ist das wie für Live-Auftritte geschaffene „Silent House“, bei dem nicht viel dazu gehört, um sich ein begeistertes Publikum mitsingend vorzustellen. Und mit „You’re the only one to make me cry“ wird ein wunderbar romantischer, swingender und mit Streichern begleiteter Song geboten, der schlicht und einfach mitten ins Herz trifft.
Crowded House machen sie da weiter, wo sie 1996 aufgehört haben und bieten 14 durchschnittlich begabte bis sehr gute Songs, die sich auch mal zum Träumen oder Gedankenschweifenlassen eignen. Es gibt eigentlich keine schlechten Songs auf dem Album, allerdings driften einige der Titel doch mal so in die Durchschnittlichkeit ab, dass sie sich perfekt in die radiotaugliche Mainstreamlandschaft einfügen können – und das ist eigentlich kein Kompliment.
Alles in allem aber ein gelungenes Comeback, das es auch jüngeren Menschen erlauben sollte, in die Welt von Crowded House einzutauchen. Überzeugte Fans freuen sich sowieso, mal wieder etwas von den sympathischen Australiern (und Neuseeländern, wie wir gelernt haben) zu hören. Insofern alles gut.
Bewertung: 
Highlights: Silent House, Transit Lounge, Say that again, You are the only one to make me cry
Lowlights: English Trees
Weiteres Material: Webseite: http://www.crowdedhouse.com Reinhören: http://www.myspace.com/crowdedhouse
Tracklist:
1. Nobody Wants To
2. Don't Stop Now
3. She Called Up
4. Say That Again
5. Pour Le Monde
6. Even A Child
7. Heaven That I'm Making
8. A Sigh
9. Silent House
10. English Trees
11. Walked Her Way Down
12. Transit Lounge
13. You Are The One To Make Me Cry
14. People Are Like Suns

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