| Sinamon - Swim or Drown |
| 12.07.2007 | |
![]() Bei Sinamon ist das ähnlich. Man fühlt sich an einiges erinnert, das irgendwo im Hinterstübchen noch rumgeistert, allerdings längst seinen Namen verloren hat. Daher soll an dieser Stelle auch auf das Wühlen auf dem Boden der großen Musikkiste direkt übersprungen werden und kurz anhand des Myspace Profils der Band die Einflüsse genannt werden – denn wer kann besser über seine Einflüsse Auskunft geben, als die Künstler an sich. Hier sind dies also: Chris Whitley, Radiohead, Sigur Ros, Sneaker Pimps, Archive, Elbow, Interpol, And You Will Know Us By The Trail Of Dead – hübsche Zusammenstellung. ![]() Nun verhält es sich bei der 5-köpfigen Band aus Dresden, die sich ganz klassisch (aber nicht unerfahren) über eine Zeitungsanzeige kennengelernt haben, aber so, dass all die Einflüsse auch wahrgenommen werden, die Band sich zu differenzieren weiß, doch das gewisse Etwas – wie es ihre Vorbilder haben – noch fehlt. Bewusst steht hier „noch“, denn die Möglichkeiten sind da. Da ist eine Stimme, die nicht nach Allerweltsvokalist klingt, da sind interessante Arrangements zu finden, welche die Songs bis zum Schluss attraktiv halten, da mischt sich auch plötzlich ein Keyboard ins Geschehen, das genau weiß, was es tut – die saubere und dennoch nicht zu sterile Produktion erledigt den Rest. Besonders hervorgehoben werden sollen hier stellvertretend „Jail“, der zweite Track der EP, der dafür sorgt, dass man sich nachsingend auf dem Weg zum Auto oder durch den Büroflur ertappt, und “Bliss“, das als hübsche Ballade den Ausklang der EP definiert und zeigt, dass Sinamon auch ruhige Töne von sich geben können und der Keyboarder nicht nur den 3-Finger-Affengriff auf einigen wenigen weißen Tasten beherrscht. Auf „Swim or drown“ wird kein Mainstream-Pop-Rock zelebriert, sondern man gibt sich Mühe anders zu sein und die eigenen Vorstellungen von guter Musik weiterzugeben. „Wir frickeln im Studio so lange an einem Stück rum, bis wir beim Hören selbst eine Gänsehaut bekommen", erklärte Sänger Gunnar Mothes in einem Bericht der Sächsischen Zeitung. "Dann wissen wir, dass die Nummer gelungen ist." ![]() Gute Songs allerdings, die man immer und immer wieder hören möchte, fallen nicht vom Himmel, aber es ist dieser Band zu wünschen, dass sie auf ihrer ersten LP ein oder zwei dieser eingängigen Hits schaffen. Denn weil Sinamon sich irgendwo zwischen noch recht unselbständigem Pop-Rock, der zunächst mal gefallen möchte (was man ihnen nicht vorwerfen kann), und auf dem Weg zur eigenen Handschrift bewegen, darf man gespannt sein, welche Ausfahrt die Band nehmen wird und ob sie den Erwartungen gerecht werden, die sie mit ihrer EP wecken. Denn am Ende steht man als Band vor der Abzweigung in die ewigen Abgründe der Allerweltskapellen oder man geht seinen Weg und landet da, wo einem nicht erst nach einer handvoll Songs die Leute wirklich zujubeln – „Swim or drown“ eben. Hoffentlich dann an dieser Stelle irgendwann mehr. Bewertung: Highlights: Jail, Bliss Lowlights: Selfmade Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.sinamon.de Myspace: http://www.myspace.com/sinamonband Tracklist: 1. Home 2. Jail 3. Selfmade 4. Swim or Drown 5. Second Skin 6. Bliss Die CD könnt ihr für 7 Euronen auf der Webseite der Band bestellen. |










