Ein Geheimtipp dürften die Fleet Foxes für Viele gar nicht mehr sein, bekommen die 5 Jungs aus Seattle doch gerade ein gewaltiges Medienecho vor allem in den USA und in England (auch wir berichteten). Verständlich, denn mit ihrem Rückgriff auf folkloristische Wurzeln, auf Chöre wie die der Beach Boys und dem Wissen darüber, dass das alles gar nicht so unmodern ist, erobern die Fleet Foxes die Sonnenuntergänge des Sommers.
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The Strange Death of Liberal England - Forward March
04.07.2007
Irgendwann 2006 formierte sich in Portsmouth (England) eine Gruppe an Menschen, die irgendwie ähnlich dachten, agierten und musizieren wollten. Herausgekommen ist eine fünfköpfige Band mit dem ungewöhnlichen Namen The Strange Death of Liberal England, die uns mit einer Mischung aus handfestem Rock, Punk und Folk beeindrucken möchten. Ob das gelingt?
The Strange Death of Liberal England – das sind Adam Woolway, Andrew Wright, Andrew Summerly, Kelly Jones und Will Charlton und in England bereits einem etwas breiterem Publikum bekannt, waren sie doch vor Kurzem mit Of Montreal und den Manic Street Preachers auf Tour. Ihre Musik ist eine bunte Mixtur aus bodenständigem Gitarrenrock mit Punkeinflüssen und einer Prise Folk, die zwischendrin doch immer – dem Gesamtkonzept sehr gut folgend – einen marschierenden Beigeschmack hat.
So passt das Cover des Albums zur Musik wie die Faust auf’s trübe Auge, wenn die Songs immer wieder das Bild eines marschierenden Musikantentrupps malen, der protestierend und ermahnend durch die Dörfer zieht, wie zum Beispiel im famosen „Mozart 33“, das zunächst schleppend mit hymnischem Gesang daherkommt, um sich später zur knurrigen Wand aus Gitarrenklängen zu verwandeln – nicht schwer vorzustellen, dass die Manics auf Tour ihren Spaß an den Jungs gehabt haben müssen. Auch der Gesang wirkt teilweise wie ein revoltierender Mob, der eigentlich gar nicht singen kann, dies allerdings aufgrund seiner Überzeugung und Präsenz eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Kleine Anekdote am Rand: The Strange Death of Liberal England erregten bereits Aufsehen bei einigen frühen Shows, als sie nicht verbal mit dem Publikum kommunizieren wollten, sondern anhand von Plakaten ihre Songs ankündigten oder Botschaften unters Volk zeigten.
Die 8 Songs auf „Forward March“ sind mal schön, mal hässlich, verwirrend, herausfordernd aber immer durchdacht und voller Kreativität. Es wird hauptsächlich mit stampfenden Percussions und schraddelnden Gitarren gearbeitet – nur selten findet etwa ein Piano seinen Weg in die Songs.
Und wenn man sich nach dem Opener „Modern Folk Song“ an die Stimme des Frontmanns, die er vermutlich in dieser Art beim allwöchentlichen Marsch zum Fußballstadion trainierte, gewöhnt hat, dann erschließen sich dem Hörer eine Reihe an wirklich verdammt guten Songs, von denen man sich noch ein paar mehr auf das Debut gewünscht hätte. Nach 30 Minuten ist das Ereignis nämlich schon vorbei, hat beeindruckt und möchte doch direkt noch einmal gehört werden.
Tracklist:
1. Modern Folk Song
2. Oh Solitude
3. A Day Another Day
4. An Old Fashioned War
5. Mozart on 33
6. I Saw Evil
7. God Damn Broke and Broken Hearted
8. Summer Gave us Sweets but Autumn Wrought Division
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