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Husky Rescue - Ship of Light

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Rettet die Huskies! Die Finnen Marko Nyberg, Miika Colliander, Ville Riipa, Anssi Sopanen und deren Sängerin Reeta-Leena Korhola firmieren seit 2002 unter dem flauschigen Namen Husky Rescue, bereiten nicht zuletzt durch die zauberhafte Stimme der Frontfrau eine feine Mischung aus Folk, Electropop und Rock mit wunderbaren Melodien zu und zaubern mit ihrer dritten Studio-LP "Ship of Light" den finnischen Nachthimmel auf den Silberling.

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Cuba Missouri - Things I wish...
25.06.2007
Cuba Missouri - Things I wish I had not called just things
... I had not called just things - Ein Debutalbum haben sie bereits hinter sich gebracht – „This years lucky charms“ sorgte im März 2006 mit seinen melancholischen und teilweise komplexen Arrangements für einige helle Ohren. Nun steht seit dem 18.5. das Nachfolgewerk in den Plattenläden und möchte ein klein wenig eingängiger als der Vorgänger den Weg in eure Lauscher finden. Reingehört und nachgefragt – hier gibt’s Review und ein exklusives Interview.



So langsam kann man das ja nicht mehr hören – Indie hier, Indie da, ob aus den Staaten oder aus Deutschland. Indie ist unabhängig, unkonventionell, fesch, cool und darf nicht auf Majorlabels unter Vertrag sein – oder war das mal und jetzt ist alles anders? Indierock klingt zumindest anders, muss anders klingen. Indierock baut Gebäude. Indierock ist nicht steril. Und so weiter und so fort. Aber jetzt machen wir mal einen Punkt und gehen einen Schritt zurück, vergessen all die Presse- und Promotiontexte und sperren die Ohren auf. Eigentlich geht es ja bloß um Musik.

Und genau das meint man auch auf „Things I wish I had not called just things“ zu spüren. Indierock ist Koblenz – oder auch Friedrichssegen. Dort (oder zumindest in der Nähe), wo Mosel und Rhein zusammenfließen, haben sich 4 Herren, die sich im Jahre 2000 in Münster über eine Kleinazeige gegründet haben, der Musik verschrieben und präsentieren so einiges an prägnanten Rocknummern, poppig angehauchten Gitarrentracks und 9-minütigen Arrangements.

Cuba Missouri (c) Cuba Missouri


Cuba Missouri - das sind Ingo Drescher, Georg Holtz, Stephan Lindner und Roland Peiler, die das aktuelle Album zusammen mit Gitarrenwesen Kurt Ebelhäuser (Blackmail, Scumbucket) aufgenommen und sich nach einem kleinen Örtchen in Missouri (USA) benannt haben, weil es dort so sehr an das Münsterland erinnerte.

Über einen einzelnen Ton modulierend beginnt das Album, experimentierfreudig im Klang und nicht lange lassen auch die Vocals auf sich warten. Hier wird langsam vorbereitet, was den Hörer noch erwarten wird. Einen ruhigen, melancholischen Eindruck hinterlässt der Opener „Outliving“ - und er lässt auf einiges an Kreativität hoffen. Mit „Lover’s Leap“ bieten Cuba Missouri dann direkt eine echte Live-Nummer. Nach vorn gerichtete Beats, ordentlich schraddelnde Gitarren und einen Refrain, der zwar wiederum recht melancholisch daher kommt, aber für einiges Kopfnicken und Mitsingen sorgen wird – eine der eingängigsten Nummern auf dem Album.

„Thing I wish I had not called just things“ ist kein Album, das man einfach mal so nebenbei beim Autofahren hört. Es ist musikalisch abwechslungsreich und bei jedem Durchhören bemerkt man neue Kleinigkeiten, die beim Durchlauf zuvor akkustisch nicht aufgefallen sind. Da wird mit Gitarreneffekten gespielt, mit Rückkopplungen gearbeitet und hier und da auch mal ein Keyboard eingesetzt. Und was die Band wirklich gut kann, sind neben den eingängigeren, recht geradlinigen Rocksongs auch solche, die ein klein wenig gestalterischer daherkommen. Solche, die sich entfalten, die mit Melodie und Gesang Bilder malen und sich Zeit lassen eine Geschichte zu erzählen.

Cuba Missouri (c) Jana Legler/Rockzoom.de


So wie bei „Like on rails“ oder auch „White Barracks Resolution“, einem neunminütigen Opus, das mit zum Dialog allein gelassenen Gitarren beginnt, sich langsam und bewusst aufschaukelt zur mächtigen Klangwand, um dann wieder langsam gen Himmel „einzustürzen“.

Und was bleibt am Ende übrig? Eine rundum gelungene Platte, die man immer mal wieder aus dem Schrank holt, wenn man Lust auf unverfälschte, gute Rockmusik hat – und die irgendwie so gar nicht zu Friedrichssegen passt.

Reinhören könnt ihr auf http://www.myspace.com/cubamissouri

Bewertung: 4/5
Website: http://www.cubamissouri.de/
Highlights: Like on rails, White barracks resolution, Respire, Cascading Lights
Lowlights: Scrap Song

Tracklist:
1. Outliving     
2. Lover's leap     
3. Slow ground     
4. Like on rails     
5. Solid play     
6. White barracks resolution     
7. The pieces     
8. Respire     
9. Scrap song     
10. Cascading lives

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Und hier gibt's das Interview:

Hallo erst mal. Wir sind von www.valve-magazine.net, einem neuen, kleinen und unabhängigen Online Musikmagazin und hatten das große Glück über myspace auf euch aufmerksam zu werden.
 
Ingo: Hallo. Ja, das gute alte World Wide Web. Finde eure Seite sehr schick und geschmackvoll. Die Inhalte natürlich auch... [Danke!, Anm. der Red.]

Roland: Hallo. Aber die Suche nach „cuba missouri“ ergibt bei mir noch nix [Hiermit geändert, Anm. der Red.]

Erzählt doch bitte zunächst kurz ein wenig über euch. Wie seid ihr zur Musik gekommen und wie ist „Cuba Missouri“ entstanden?
 
Ingo: Ich komme aus einem Landstrich, in dem nicht viel bis gar nix los ist, dem Emsland. Dort wird man entweder zum Trinker oder Fußballheld oder gründet eine Band. Ich habe alles ausprobiert, bin dann aber beim Musikmachen geblieben, weil ich dachte – wie so viele –, man wirke unheimlich anziehend auf Mädchen, wenn man sein Innerstes nach außen stülpt und fiepend vorm Verstärker hängt. Jetzt bin ich halb taub, weiß aber, wie man ‚Klischee’ schreibt.
 
Des Studiums wegen bin ich dann nach Münster gezogen und habe mit einem Freund, Robert Baumann, mit dem ich auch schon in einer Schülerband Namens "Ars Nova" gespielt habe, eine Anzeige geschaltet und recht schnell Georg und Roland gefunden. Großes Glück, wie mir später bewusst wurde, denn passende Leute zu finden, ist sehr, sehr schwer. "cuba missouri" war also geboren!  

Roland: Wobei wir anderen auch alle ursrpünglich aus so kleinen Dörfern kamen, also ähnlicher Background. Fußballer hab ich zwar nicht ausprobiert, der Rest klingt mir aber vertraut.

Ist man auf euch aufmerksam geworden oder habt ihr euch aktiv mit Demos beworben?
 
Ingo: Einfach klassisch per Demo.

Roland: Demos verschicken bis der Arzt kommt. Freut sich auch die Deutsche Post...

Ihr habt nach „This years lucky charms“ nun nach etwa einem Jahr bereits die nächste Platte „Things I wish I had not called just things“ veröffentlicht. Habt ihr nach dem Debut wieder die ganze Zeit im Studio gesessen oder sind da noch Ideen des Vorgängers, die keinen Platz mehr fanden, mit auf der CD gelandet?

 
Roland: Nee, also Sachen aus den Sessions zum Vorgänger sind da nicht mehr drauf...

Ingo: ...nach der langen anstrengenden und nerveraufreibenden Enstehung von "This Year´s Lucky Charms" haben wir dieses Mal in recht kurzer Zeit komplett neue Songs geschrieben und innerhalb von drei Wochen inklusive Mischen die Platte fertig gestellt. Schön kompakt also. Da die Stücke mit Bedacht noch nicht so ausgearbeitet waren, konnte Kurt Ebelhäuser als Produzent ein wenig mehr Einfluss nehmen als auf dem Debüt, was ihm auch gehörig Spaß bereitete.

Was hat der Titel zu bedeuten und welche Bedeutung hat das Cover in diesem Zusammenhang? Sieht aus wie eine Zelle…

Roland: Ja, wir haben das auch nicht so richtig erkannt, was das sein soll, daher auch der etwas ironisch-melancholische Albumtitel. Wir fanden das Bild aber irgendwie interessant. Die Art Directorin – zufällig meine Schwester in Personalunion – klärte uns dann auf, dass es sich um die Nahaufnahme eines im Winter vereisten toten Arms des Kanals hier in Münster handelt. Wir dachten uns zuerst: Das hat ja fast so etwas von einem Tier, das zu hässlich ist, als dass jemand ihm einen Namen geben möchte, was man dann aber doch lieb gewinnt. Damit können wir uns identifizieren ;-)

Um ehrlich zu sein haben wir teilweise so unsere Schwierigkeiten euren Texten zu folgen. Wo kommen eure Ideen her und welche Botschaft möchtet ihr in die Welt spielen?


Roland: Na ja, ‚Botschaft’, das klingt so nach Protestliedermacher. Es handelt sich wohl eher um ganz verschiedene Momentaufnahmen aus dem Leben. Manche fühlen sich davon angesprochen, für manche spielt das eher eine untergeordnete Rolle – was für uns aber auch ok ist. Wir wollen niemandem etwas vorschreiben. Unsere Texte entstehen dabei ganz unterschiedlich, das reicht von Nonsense-Last-Minute-Texten wie ‚Scrap Song’, der kurz vor der Aufnahme im Studio zusammengekritzelt wurde. Da geht es in einigen Zeilen sogar darum, dass kein besserer Text mehr möglich war und ob wir den Song überhaupt nehmen wollen... das nenn ich mal selbstreferenzielle Kunst! Aber andere sind auch wesentlich tiefer, fast existenzialistisch und arbeiten sehr stark mit Bildern. Die desillusionierten Protagonisten in ‚Bitter Square’ zum Beispiel, der ‚Ausweglose’ in ‚Like on Rails’ oder das Bild der verpassten Chance in ‚The Pieces’.

Spielt ihr live lieber die kürzeren, eingängen Songs oder verliert ihr euch gerne in 9 Minuten „White Barracks Resolution“? Und wie reagiert das Publikum auf so ein kleines, musikalisches Epos?

 
Ingo: Dass die Songs auch von der Länge recht unterschiedlich sind, machen wir, um uns bei Laune zu halten. Sonst wird´s einem ja rasch langweilig. Das Publikum hat damit eigentlich überhaupt keine Probleme.

Roland: Ja, die langen Stücke sind auf jeden Fall immer auch Kernstücke im Programm. Für uns ergibt gerade die Abwechslung aus den langen Stücken und den kurzen Popsongs Sinn. Sowohl auf Platte wie auch live.

Welche Bands oder Künstler haben euch am meisten geprägt und beeinflusst?

 
Ingo: Hm... schwere Frage. Da ich einen elf Jahre älteren Bruder habe, hat mich die Musik, die er damals hörte, schon als kleiner Bengel geprägt. Während meine Klassenkameraden Benjamin Blümchen hörten, bin ich total auf Doors, Pink Floyd oder Black Sabbath abgefahren. Natürlich kamen später obligatorisch Nirvana, Smashing Pumpkins oder Deus und Radiohead dazu. Anregungen finde ich aber immer in Musik, die mir gefällt. Das endet ja niemals. Derzeit mag ich Kante, Justine Electra und die neue Built To Spill und viel ruhigen Kram wie Ryan Adams oder Damian Rice. Die letzte Bob Dylan ist auch super.

Roland: Das ist bei uns Vieren trotz diverser Gemeinsamkeiten auch sehr unterschiedlich, dadurch bleibt’s spannend. Mich hat zum Beispiel sehr geprägt: Popmusik aus den Achtzigern, einschließlich einiger nach wie vor gehaltvoller Vertreter wie The Smiths, Talking Heads oder Talk Talk. Dann gab’s Phasen, da hab ich alte Santana-Scheiben und Bob Marley rauf und runter gehört. Stephan hatte seine Punk-Phase, Georg seinen Kopf wohl in den Trash Metal gesteckt. Gut, dass wir uns da noch nicht kannten...

Und was hört ihr, wenn ihr euch im Tourbus tatsächlich mal auf eine CD geeinigt habt?

 
Ingo: Nun, in letzter Zeit versorgt uns unser Mercher Pascal immer mit neuer Musik. Da das meistens noch keiner kennt, herrscht Interesse und es wird nicht gemault. Zumindest nicht unmittelbar...

Roland: Und wir hatten neulich, glaube ich, ein Aha-Erlebnis, als Stephan mit der zweiten Coparck-Platte ankam. Die blieb sehr lange im CD-Player. Ist sehr selten geworden, dass ich mal bei einer Band, die ich noch nicht kenne, denke: Das ist ja mal wirklich geil. Mit meinen späten Johnny Cash-Platten, die ich sehr oft höre, schaffe ich es im Tourbus jedenfalls nicht immer bis zum letzten Song....

Wie geht ihr als Künstler mit dem Medium Internet um? Tut es euch um die Songs Leid, wenn ihr sie im Internet frei zur Verfügung stellt oder ist das schon selbstverständlich?

Roland: Nein, Leid tut es uns nicht um diese Songs, das ist aus unserer Sicht schon selbstverständlich geworden, dass man da einen Apettithappen zur Verfügung stellt. Was nur schade ist, ist, wenn man manchmal merkt, dass sich für einige Leute anscheinend daraus die Vorstellung ergibt, alles sollte umsonst sein. Das ist natürlich ein Missverständnis. Denn die Entwicklung und Aufnahmen für solche Stücke kosten nach wie vor eine Menge Geld, die eine Band nur über Plattenverkäufe und Konzerttickets wieder reinholen kann. Daran ändert sich ja nichts, wenn man ein oder zwei Songs kostenlos anbietet.

Danke für das Interview! Wir wünschen euch viel Erfolg und noch viele weitere gute Ideen!
 
Roland: Danke!
Ingo: Gern geschehen!
 

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