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Von „Trembling Blue Stars“ werden die wenigsten gehört haben, aber gerade die unbekannteren Bands sind manchmal die vollkommensten Perlen. Ähnlich verhält es sich auch für eben jene genannte Band, die gerade mit „The last holy writer“ ihr bereits sechstes Album veröffentlicht hat. Man lässt sich ein, taucht ab, ahnt nichts und plötzlich entdeckt man tief unten eine wertvolle Schönheit.
Trembling Blue Stars war ursprünglich ein Soloprojekt Bobby Wrattens, der 1995 versuchte, mit seinem ersten Album „Her Handwriting“ seine gescheiterte Beziehung zu Freundin und Bandkollegin Annemarie Davies zu bewältigen. Das Album wurde sehr gut aufgenommen und war schnell vergriffen - Wratten war quasi gezwungen die Tracks auch live zu performen. Damit ergab sich dann auch direkt die erste Bandformation, die über die Jahre auf 5 Mann (und Frau) vergrößert wurde.
Die Musik von Trembling Blue Stars ist eine Mixtur aus ruhigem 80er Pop mit Referenz zu The Cure, aus zeitgemäßer Indie-Elektronik und manchmal einem Hauch Blues. Bedacht und mit viel Gefühl wird in „The last holy writer“ ein nie zu trister, melancholischer Wolkenteppich gemalt, der in allerlei Formen über den Hörer hinweg zieht, ihn trotz seines traurigen Erscheinens aber vor lauter Schönheit mitten ins Herz trifft.
 Der Opener „By false lights“ lässt noch wenig von der melodischen Schönheit des restlichen Albums erahnen. Fast eintönig und kriechend kommt der Song daher und baut einen Spannungsbogen auf, der Dramatisches erahnen lässt – ein Gewitter, das aufzieht, um sich direkt über dem Kopf des Hörers zu entladen. Doch bevor es richtig anfängt, merkt man, dass der Wind gedreht und die dunkelsten Wolken davon geblasen hat.
„Idyllwild“, Titel des zweiten Songs und gleichzeitig ein Ort irgendwo in Kalifornien, überrascht dann mit der bereits angesprochenen Schönheit eines sanften Popsongs, begleitet von der klaren und wunderbar passenden Stimme Beth Arzys. Genauso schön, diesmal wieder Gesungen von Bobby Wratten, fliegt „Sacred Music“ mit dem Wind als buntes, melodisches Band zwischen den Wolken hindurch und man möchte es geradezu fassen können, um sich mitziehen zu lassen.
Wratten hat sich für sein neuestes Werk von verschiedenen Quellen inspirieren lassen. „Schnee Gletscher Glas“, ein beeindruckendes, avantgardistisches Tonexperiment, basiert auf einem Gemälde von Bruno Taut und entwickelt eine Athmosphäre, die diese 3 Wörter kaum besser umsetzen kann. Obwohl es sich am meisten von allen Songs abhebt, wirkt es nicht fehl am Platz, sondern zeigt nur einmal mehr, mit wie viel Hingabe sich der Songwriter hier seinen Themen widmet.
 „The last holy writer“ ist musikalisch ganz weit weg von irgendwelchem musikalischen Einheitsbrei. Das Album bewegt sich irgendwo in einer eigenen Sphäre und möchte auch gar nicht woanders sein. Es fühlt sich wohl da wo es ist und weiß genau, wie es seinen Raum am besten nutzen kann. Und wenn man sich von Melancholie nicht abschrecken lässt und sich an manch traurig anmutenden Song aufgrund seiner schlichten Schönheit erfreuen kann, sollte mal reinhören. Enttäuschung ausgeschlossen.
Und wenn am Ende Arzys Stimme Oscar Wilde Tribut zollt und verträumt zweistimmig zwischen den Wolken davon schwebt, dann schaut man mit einer Träne in den Augen hinterher und bedankt sich innerlich für knapp 1 Stunde wunderschöne Musik und möchte erstmal nichts anderes hören, weil es doch eigentlich nur schlechter sein kann.
Bewertung:  Webseite: http://www.myspace.com/tremblingbluestars Highlights: Idyllwild, Sacred Music, Darker Colder Slower, From a pale blue rosary, A statue to Wilde Lowlights: -
Tracklist: 1. By False Lights 2. Idyllwild 3. Sacred Music 4. This Once Was an Island 5. Coldest Sky 6. Schnee Gletscher Glas 7. November Starlings 8. Darker, Colder, Slower 9. From a Pale Blue Rosary 10. Say Goodbye to the Sea 11. Tenth of Always 12. Statue to Wilde
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