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Zurzeit schwingt sich Tobey Maguire als tollkühner Spinnenmann zwischen Hochhäusern durch die Lüfte und muss sich gleich gegen 3 Gegner auseinandersetzen. Ein in einer moralischen Zwickmühle steckender Sandmann, ein gieriger Reporter und sein böses Selbst machen ihm das Leben schwer. Zumindest musikalisch wird es der Spinne leicht gemacht, denn wie immer bietet der Spidey Soundtrack alles, was sie zum Schwingen durch Häuserschluchten braucht.
Man kann ja langsam wirklich die Nase voll haben von Spiderman. War der erste Film hinsichtlich Story und Kreativität noch wirklich sehenswert, wirkte der 2. Teil schon ziemlich mit Effekten überladen und weniger liebevoll gestaltet . Der dritte Teil macht die Sache auch nicht besser und packt noch mehr Actionmaterial in die in etwa gleiche Filmlänge, sodass am Ende eine potentiell interessante Geschichte ein wenig auf der Strecke bleibt. Und zu allem Überfluss wurde nun noch ein vierter Teil angekündigt.
Musikalisch hingegen waren die Spiderman Soundtracks bisher kontinuierlich gute Mixturen an aktuellen und älteren Songs, die meistens sehr rocklastig waren. Man erinnere sich nur den ersten Teil und den Titeltrack „Hero“ von Chad Kröger – ein atemberaubend guter Rocksong und zurecht enorm erfolgreich. Was die Kollegen der Spidey-Musikabteilung diesmal ausgesucht haben, kann sich ebenfalls sehen lassen und bietet lupenreine Rockmusik von mehr und weniger bekannten Bands.
 Den Anfang machen dabei die Jungs von Snow Patrol, deren Hit „Signal Fire“, der gleichzeitig die Titelsong des Films ist, bereits recht bekannt sein dürfte. Die 5 Briten, die am Anfang ihrer Karriere noch Polarbear hießen und sich aus rechtlichen Gründen umbenennen mussten, sorgen schon seit einiger Zeit für eingängige Rockhits und sollten in Deutschland spätestens seit U2s „Vertigo“ Tour, bei der sie als Vorband glänzten, einer breiteren Masse bekannt sein.
Einige von euch, die unter „Soundtrack“ eigentlich die tatsächliche Filmmusik, also die klassische Variante, verstehen, werden enttäuscht sein. Denn bot zum Beispiel das Album zum ersten Teil zumindest noch die orchestrierten Titeltracks, so findet sich auf dem aktuellen OST (Original Soundtrack) nichts dergleichen. Schade eigentlich, denn gelegentlich macht es Spaß, einen Film noch einmal Revue passieren zu lassen und sich die gezeigten Bilder noch einmal zu Streichern und Pauken vorzustellen.
 Wer aber eine gute Mischung an Rockmusik sucht, vielleicht sogar, um Neues zu entdecken, der wird vom größten Teil der Platte nicht enttäuscht. Leider passiert der Platte dann irgendwo zwischendrin der absolute Fehlgriff und es tönt Chubby Checkers „Twist“ aus den Boxen. Das ist in etwa genauso befremdlich und wirr wie die Szene im Film, wenn Tobey Maguire sein böses Ich entdeckt und so unglaublich cool durch die Straßen tanzt, dass es einem kalt den Rücken runterläuft.
Aber um zum Schluss zu kommen: Mit dem Film hat die Platte natürlich rein gar nicht s zu tun, außer dass 2 oder 3 der Songs am Ende, wenn die Credits über die Leinwand laufen, ihren Weg in eure Gehörgänge finden. Freunde von Rockmusik mit Indietouch, die so irgendwie gerade auf dem Weg in den Kommerz ist, können allerdings beherzt zugreifen. Spaß macht die Platte allemal.
Bewertung:  Highlights: Yeah Yeah Yeahs – Sealings, The Killers – Move away, Rogue Waves - Sightlines Lowlights: The flaming lips – The supreme being teaches spider man how to be in love, Chubby Checker – The Twist
Tracklist: 1. Snow Patrol - “Signal Fire” 2. The Killers - “Move Away” 3. Yeah Yeah Yeahs - “Sealings” 4. Wolfmother - “Pleased to Meet You” 5. The Walkmen - “Red River” 6. Black Mountain - “Stay Free” 7. The Flaming Lips - “The Supreme Being Teaches Spider-Man How to be In Love” 8. Simon Dawes - “Scared of Myself” 9. Chubby Checker - “The Twist” 10. Rogue Wave - “Sight Lines” 11. Jason Schwartzman and Kirsten Dunst - “Summer Day” 12. Jet - “Falling Star” 13. Sounds Under Radio - “Portrait of a Summer Thief” 14. Wasted Youth Orchestra - “A Letter to St. Jude” 15. Oohlas - “Small Parts
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