 Schwarz macht schlank. Fünf junge Männer mit Schlagzeug, Trompete, Bass, einigen Gitarren, einer Violine und grandiosem Sound spielten fantastisch ausgeleuchtet vor vollem Haus ein für manche überraschendes Set toller Songs – hauptsächlich von „Weißes Papier“ und der aktuellen Scheibe „Immer da wo du bist bin ich nie“.
Wenn Element of Crime aufspielen, sind die Erwartungen so groß wie gemischt, haben die eigentlich vier, an diesem Abend allerdings mit einem sich perfekt ins musikalische Geschehen integrierenden Geiger zu fünft auftretenden Herren nach gut 25-jährigem Bandbestehen doch ein sehr reichhaltiges Repertoire an Liedern gesammelt – da fällt die Auswahl für ein Konzert natürlich nicht ganz so leicht. Die Einen freuen sich daher auf die altehrwürdigen Stücke, und EoC-Neulinge sind begeistert ob der Vielzahl an Titeln vom aktuellen Album, das zusammen mit „Weißes Papier“ den Tortenboden des Konzerts bildete.
Im Vorprogramm trat der von Sven Regener persönlich als „europäische Hoffnung des Freak-Folks“ angekündigte und rein optisch irgendwie an den jüngeren (und schlankeren) Wolfgang Niedecken erinnernden Florian Horwath auf. Dieser konnte das Publikum zwar relativ ordentlich unterhalten, passte am Ende allerdings nicht wirklich gut ins Programm, da sowohl Musik als auch Texte eher repetitiven Charakter haben und kaum die Brücke zu EoC schlagen können. Wirklich interessant war hier nur der Mann am .
Das Set von Element of Crime begann dann mit „Kopf aus dem Fenster“ und „Am Ende denk ich immer nur an Dich“, und ein sichtlich gut gelaunter Sven Regener, der ab und an auch einige betrunkene „Fans“ in der zweiten Reihe süffisant-diplomatisch anging, verzichtete weitgehend auf Ansprachen, riss ab und an die Hände zum Himmel, gedachte mehrfach des 2001 erschienenen Albums „Romantik“ durch Ausruf des Titels und fand sowohl das klatschende Publikum als auch die Konzertsituation an sich ziemlich oft „Stark!“.
 Die Band spazierte souverän mit einem herausragenden Jakob Ilja an der Gitarre und einem scheinbar regungslosen David Young am Bass durch ihr Set, marschierte kurzzeitig zurück zu den englischen Anfängen und spielte etwa ein famos ausgeleuchtetes „Don’t you smile“ von „Try to be Mensch“, das zwar heute und (rückblickend) wie damals im „regnerschen“ Englisch etwas befremdlich wirkt, die Setlist allerdings prima ergänzte und zeigt, dass viele der Songs live noch mal eine ganz eigene Atmosphäre schaffen. Auch dem Soundtrack von „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ wurde noch gefrönt, um dann wieder zurück ins Heute zu gelangen.
Vier Zugaben spielten EoC und neben „Jetzt musst du springen“ und „Weißes Papier“ hätte „Vier Stunden Vor Elbe 1“ als vorletzter Song einen wirklich wunderbaren Abend mit herzzerreißender Seefahrerromantik besiegelt (hier hingen nur eine Handvoll warm leuchtender Glühbirnen von der Decke und ließen die Bühne wirken wie „unter Deck“ – ein unvergessliches Bild), wäre dann nicht noch „Der weiße Hai“ aufgetaucht – ganz voller Melancholie im Herzen möchten Element of Crime ihre Leute dann doch nicht nach Hause gehen lassen.
Bleibt zu hoffen, dass am Ende alle Besucher des Offenbacher Capitols ihren Heimweg bei Schnee und Eis auch gefahrlos hinter sich gebracht haben. Und kann diese Band endlich einmal ein Livealbum veröffentlichen - bitte?!
th
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.element-of-crime.de Myspace: http://www.myspace.com/elementofcrime
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