Hier sind sie wieder, die vier Schotten, die wie kaum eine andere Band Kuschelsongs machen können, die nicht nur zum Kuscheln anregen sondern am liebsten auch selbst gekuschelt werden wollen. Die neue Platte von Travis ist da! Manch einer hat nach dem mangelden Erfolg des Vorgängeralbums "12 Memories" ja schon fast nicht mehr daran geglaubt. Aber "The Boy With No Name" ist fast so wundervoll wie "The Invisible Band" und "The Man Who".
Travis, benannt nach der Hauptfigur des Wim Wenders Films "Paris-Texas", sind 4 Musiker um Gründer und Sänger Francis „Fran“ Healey, die Anfang der Neunziger Jahre als Glass Onion durchs Land zogen und nun seit knapp über 10 Jahren gemeinsam als Travis Musik machen. Wunderbare Songs wie „Why does it always rain on me“ oder „Driftwood“ haben sie den Hörern gebracht, stets bodenständig ihre Gitarren bedient und schöne Melodien durch die Kopfstimme von Fran Healey in die Welt gesungen.
Genauso funktioniert auch „The Boy with no Name“. Gemütliche, nie überfordernde Songs, die den Kopf von Rechts nach Links wippen lassen und wunderbar nebenbei gehört werden können. Die Platte beginnt auch gleich mit dem wunderschönen Song "3 Times And You Lose". Hier passt einfach alles und man bekommt sofort Lust auf mehr. Und man wird nicht enttäuscht, denn auch der Uptempo Song "Selfish Jean" und die aktuelle Single "Closer" bis hin zu "Big Chair" gehen sofort ins Ohr.
Selten allerdings werden etwas mutigere Arrangements geboten, wie zum Beispiel in „Eyes wide open“, das stampfend aus den Boxen tönt und sich als eines der wenigen Lieder auf dem Album ein wenig aufdrängen kann. "My Eyes" ist Fran Healys Sohn gewidmet und hier findet man mal wieder eine wunderschöne Melodie - ganz Travis typisch!
Dramatische Anekdote am Rande ist, dass die Band 2002 fast vor dem Aus stand, weil Schlagzeuger Neil Primrose während einer Tour in Frankreich in einen nur zur Hälfte mit Wasser gefüllten Pool gesprungen war und sich dabei Verletzungen an der Wirbelsäule zugezogen hatte. Nicht nur wäre er bei diesem Unfall fast ertrunken, sondern es drohte ihm sogar eine Querschnittslähmung. Doch allen Ängsten zum Trotz konnte er sich später vollständig von diesem Unfall erholen.
 Travis machen auf ihrem neuen Album keine Experimente sondern bleiben ihrem Stil treu, den die Fans ja auch so lieben. Bei manchen Bands mag das mangelnder Fortschritt bedeuten, bei Travis wirkt dieses "sich nicht kommerziellen Zwängen anpassen müssen" allerdings sympatisch. Dazu passt auch das Video zu der Single "Closer" (in dem übrigens auch Ben Stiller mitspielt), in dem die vier nicht die tollen Superstars mimen, sondern einfach die netten Jungs, die sie nun mal sind.
Erwähnt sein soll an dieser Stelle auch noch, dass das Album einen sogannten "Hidden Track" enthält, der sich dem letzten Song anschließt. Also einfach mal die CD weiterlaufen lassen und sich überraschen lassen.
Bewertung:  Webseite: http://www.travisonline.com/ Highlights: 3 Times and you lose, Eyes wide open Lowlights: New Amsterdam, Battleships
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Tracklist:
1. 3 Times And You Lose 2. Selfish Jean 3. Closer 4. Big Chair 5. Battleships 6. Eyes Wide Open 7. My Eyes 8. One Night 9. Under The Moonlight 10. Out In Space 11. Colder 12. New Amsterdam
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