| Lynyrd Skynyrd - God & Guns (VÖ 25.9.) |
| 17.09.2009 | |
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Allein der Name der Band dürfte der heutigen Jugend weitgehend unbekannt sein, gäbe es da nicht Kid Rock, der mit „All Summer long“ nicht nur einen Klassiker für junge Gitarrenschüler derart neu aufgelegt hatte, dass der Titel Land auf und Land ab zu hören war. Er mag damit auch die Lust geweckt haben mehr von den Jungs aus Jacksonville, die noch immer mit sieben Mitgliedern besetzt sind, zu hören. Was erwartet einen nun aber von einer Band, die 1964 im US-Amerikanischen Hinterland gegründet wurde und eine pralle Rock’n’Roll-Karriere hinter sich hat, im Jahre 2009? Hits wie „Workin‘ for the MCA“, der sich auf ihr erstes Label bezieht, „Free Bird“ oder „Call me the Breeze“? ![]() Das Comeback 1987 bescherte den Fans über die Zeit abgesehen von diversen Kompilationen und Livealben einige Studioproduktionen, vor allem jedoch eine tourende Band, die leider von vielen Personalwechseln und weiterhin traurigen Schicksalsschlägen gekennzeichnet war. So starb der langjährige Bassist Leon Wilkeson im Sommer 2001 an den Folgen seines Rockstarlebens durch eine Leber- und Lungenkrankheit. Sein Nachfolger Ean Evans sowie Keyboarder Billy Powell starben in diesem Jahr. Von der Ursprungsbesetzung findet sich in der heutigen Formation nur noch Gitarrist Gary Rossington. Bei so viel geballtem Rock’n’Roll-Lifestyle ist es umso verwunderlicher, dass Johnny Van Zants Stimme immer noch so kräftig klingt und sauber intoniert, als ob man es mit einem Dreißigjährigen zu tun hätte. Für das aktuelle Album holte man sich dann auch einige Unterstützung: Rob Zombie singt bei „Floyd“, der ehemalige Gitarrist John 5 von Marilyn Manson haut in die Saiten und zeichnet ebenfalls für einige Songs verantwortlich. Das Ergebnis ist ein modernes Rockalbum, das frischer und versierter klingt, als es Kid Rock je zustande bringen könnte. Ordentlich „heavy“ Gitarrenriffs bei „Still unbroken“, „Little Thing called Love“, „Skynyrd Nation“, „Comin‘ back for more“ und „Storm“ sowie besonders auch bei „Floyd“ erinnern, abgesehen von ein paar Slides, nicht mehr an die Bluesrock-Kombo der 70er, sondern eher an eine etwas poppige, moderne Hardrockband mit milden Southern-Einflüssen. Was Rob Zombie da zu suchen hat bleibt dann aber ein Rätsel. Lynyrd Skynyrd – Still unbroken „Poppig“ als Stichwort: „Simple Life“, „Southern Ways“ und „Unwrite that song“ sind Midtempo-Nummern mit Hitpotenzial und Hooklines, die auch von Bon Jovi in den besten Jahren stammen könnten. Im Wechsel mit gefühlvollen Balladen, von denen das Album etwa das sehr eingängige und toll gemachte „This ain’t my America“ bereithält, ergibt sich ein Mitsingalbum mit Themen für den kleinen Mann und Arbeiter, das garantiert einige Radiohits in den USA und vielleicht sogar mal einen hierzulande schaffen kann. Kurz vor dem Ende der Spielzeit zeigt sich aber doch noch einmal der alte Geist in Form von Akustikgitarren, Slides und klassischem Banjo. Das eigentliche Highlight ist jedoch der Rausschmeißer „Gifted Hands“. Was als Power-Ballade beginnt und endlich die Southern-Rock-Dröhnung mit coolen Slide-Riffs enthält, entwickelt sich in der zweiten Hälfte der fünf Minuten, mit einem Umweg über die Intro-Gitarrenfigur von Joe Cockers Version von „With a little Help from my Friends“, zum Hörorgasmus für die Fans dieser erdigen, gutgemachten Gitarrenmusik: John 5 haut ein dermaßen cooles Gitarrensolo über des Keyboarders Synthi-Geigen, dass man schlichtweg mitgerissen wird. Ein gutes Album - nicht zuletzt auch für alle jungen Hörer, die sich von uninspirierten Coverversionen distanzieren möchten. Sven Schuhmann Bewertung: Highlights: Gifted Hands, This ain’t my America, Simple Life Lowlights: Floyd Tracklist: 1. Still Unbroken 2. Simple Life 3. Little Thing Called You 4. Southern Ways 5. Skynyrd Nation 6. Unwrite That Song 7. Floyd 8. That Ain't My America 9. Comin' Back For More 10. God & Guns 11. Storm 12. Gifted Hands Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.lynyrdskynyrd.com Myspace: http://www.myspace.com/lynyrdskynyrd |









