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Wer steht nicht auf gut produzierte Platten? Solche also, die kunstfertig gemacht sind, denen man anhört: Da war ein Profi am Werk. Und im Prinzip ist Moby ja auch ein Toningenieur, der bereits vor seinem internationalen Durchbruch Ende der 90er für Michael Jackson, Brian Eno oder William Orbit Songs abgemischt hat. Und so belegt auch sein neues Werk „Wait for Me“ das handwerkliche Geschick des Meisters und klingt fabelhaft geschmackvoll. Selbstverständlich tönt da nichts harsch, selbstverständlich sind die Synthesizer perfekt programmiert.
“A lying-in-bed-listening-to-the-rain album is just the kind of music i would love to hear right now.” schrieb “mtb0minime“ auf Moby.com als Post vom 2. März 2009. Und solch ein „lying-in-bed-listening-to-the-rain album” ist es wahrscheinlich, das sich alle Moby-Fans gewünscht haben und nun auch bekommen. „Natural Blues“ eben.
Auf „Wait for Me“ heißt dieser „Study War“ und es verwundert kaum, dass es sich dabei um eine der ersten Singles handelt. Der Song hat alles was sich der Moby-Fan wünscht: Breitwandsound aus Synthesizerflächen, stets an Streicher erinnernd, die Vokalmelodie einer hellen Frauenstimme darüber und eine kratzige, dunkle Männerstimme mit dem Sample „The battle will be over“ als Repeatpattern darunter. Fertig ist der Mobysound und wir gehen baden in getragener Melancholie.
Wie schön diese doch sein kann, das ganze Album lang. Abgesehen von „Mistake“ erinnert Gott sei Dank nichts mehr an den Möchtegerngitarristen aus der Midlifecrisis eines banalen „Lift me up“. Nein, die melancholischen Klangflächen, Keyboard, etwas Klavier, geschmackvolle Gitarrensample und teilweise sehr angenehme „Real“-Drumsample machen das Zuhören sehr angenehm.
„Screampilots“ könnte man schon fast mit Air in Verbindung bringen, vielleicht bemerkt man sogar einen Hauch Ehrfurcht vor Kraftwerk. „Walk with me“ hingegen vermisst das geschickte Arrangement, „Pale Horses“ ebenso. Aber wie „Screampilots“ erweist sich „Shot in the Back of the Head“ als Lichtblick. “Slow_Light” und “Ghost Return” runden das Angebot ab, während “Hope is Gone” mit dem schönen Klang einer Frauenstimme den interessanten Sounds eine neue Dimension hinzufügt.
Moby hat zu seinem leisen und zerbrechlichen „Play“-Sound zurück gefunden, weshalb ihn Fans und Kritiker lieben werden – wenigstens diese. Ansonsten haut es den Hörer wahrscheinlich nicht vom Hocker.
Bewertung:  Highlights: Screampilots, Shot in the Back of the Head Lowlights: Mistake, Pale Horses
Tracklist: 1. Division 2. Pale Horses 3. Shot In The Back Of The Head 4. Study War 5. Walk With Me 6. Stock Radio 7. Mistake 8. Scream Pilots 9. Jltf 1 10. Jltf 11. A Seated Night 12. Wait For Me 13. Hope Is Gone 14. Ghost Return 15. Slow Light 16. Isolate
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.moby.com/ Myspace: http://www.myspace.com/moby
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