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Dass aus Afrika musikalisch mehr kommt als nur interessante Beats, die sich eine Saison lang gut in westlichen Pop- und Rocknummern machen, ist seit Dear Reader kein Geheimnis mehr. Und hatten wir es dort noch mit feinfühligen und unaufdringlichen Popbonbons zu tun, wandeln die Parlotones mit ihrem Zweitwerk fast schon stadiontauglich auf den Pfaden von Snow Patrol und den Killers.
Dass dieser Vergleich nicht hinkt, bestätigen die fünf Jungs um Frontmann Kahn Morbee auch gleich selbst und geben als Quellen der Inspiration neben den genannten Bands auch R.E.M. und die Beatles an. Daheim in Südafrika nennt man das Quintett, das hierzulande mit ihrem Debüt „Radiocontrolledrobot“ noch an der Masse vorbei arbeitete und vervollständigt wird von Drummer Neil Pauw, Gitarrist Paul Hodgson, Bassist, Pianist und kleiner Bruder Glenn Hodgson sowie Keyboarder John Boyd, die „Afrikanischen Coldplay“.
Morbee, der stimmlich mehr an Chris de Burgh erinnert, als man zunächst zugeben mag, macht seine Sache sehr gut und weiß seine Fertigkeiten differenziert einzusetzen. Dass dies notwendig ist, zeigt die bunte Mischung aus effektgeladenen Popnummern wie „I’ll be there“ oder „Bird in Flight“ oder „Side of the Moon“, in denen hinsichtlich Bombast mächtig auf die Tube gedrückt wird. Da wird auch vor Bläsern, Kirchenglocken, Streichern, Alliterationen und Kinderchören kein Halt gemacht.
 Richtig knuffig wird es allerdings immer dann, wenn die Parlotones einen Gang runter schalten und etwas(!) reduzierter an die Songs herangehen. Dann entstehen Titel wie das muntere „Play On“ (zugegeben: die Kinderchöre verstecken sich ausgerechnet hier), bei dem man im Radio morgens mal nicht umschalten würde. Ebenso hübsch und sogar recht leise kommt mit „Solar System“ eine klassische Folkballade im modernen Popkleidchen daher. Hier wären wir dann auch wieder bei Chris de Burgh.
„A World next Door to yours“ ist ein solides zweites Album, das vielleicht eine Spur zu schnell entstanden ist, um die Gunst der Stunde nutzen zu können, welche die Band seit 2006 und ihrem Debüt „Radiocontrolledrobot“ beständig weiter nach oben bringt. Da passiert es dann auch, dass die Kreativität der Band nicht immer optimal kanalisiert wird und ein Titel manchmal in der Überproduktion ertrinkt.
Man darf sich zwar fragen, ob dieser Bombast auf den kleinen Bühnen, die die Parlotones hierzulande (noch) bespielen, nicht deplaziert wirken wird. Ordentlich laut aufgedreht sind die Parlotones allerdings auch mit ihrem zweiten Album für alle, die eine ordentliche Ladung Pathos nicht scheuen, ein solider Begleiter.
Davon überzeugen lassen kann man sich dann an sechs Terminen von Ende Juni bis Anfang Juli - die Termine findet ihr unten.
Thomas Henz
Bewertung:  Highlights: Dance, Play On, Solar System Lowlights: Window Shopper, Side of the Moon
Tracklist: 1. Giant Mistake 2. I'll Be There 3. I'm Only Human 4. Bird In Flight 5. Sun Comes Out 6. Dance 7. Side Of The Moon 8. Play On 9. Solar System 10. Perfect Place 11. Pointing Fingers 12. Window Shopper 13. Disappear Without A Trace 14. Baby Be Mine
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.parlotones.co.za/ Myspace: http://www.myspace.com/theparlotones
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Tourdaten: 28. Juni, Berlin 29. Juni, Hamburg 30. Juni, Frankfurt 1. Juli, Köln 2. Juli, München 3. Juli, Bochum
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