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Gefühlt haben Gossip, die das „The“ nun endgültig hinter sich gelassen haben, erst ein Debüt herausgebracht, das ihnen mit dem Titeltrack „Standing in the Way of Control“ den Weg auf die internationalen Bühnen ebnete. Tatsächlich hat die dreiköpfige Band, die um ihr Zentrum Beth Ditto kreist, schon drei Studioalben veröffentlicht und macht das Quartett unter der Obhut von Erfolgsproduzent Rick Rubin mit „Music for Men“ vollständig. Dabei geben sich Gossip elektronischer und reduzierter als noch zuvor.
Einen nicht unerheblichen Anteil an der kleinen Neuausrichtung musste eben jener Mann mit Rauschebart gehabt haben, der zuletzt für Metallica und Neil Diamond an den Reglern gesessen hat. Auf „Music for Men“ regieren neben Beth Dittos urgewaltiger Stimme nicht mehr die noch vom Punk beseelten Gitarren, sondern ein straffer Beat, der nur im notwendigsten Fall von halbwegs aufdringlichem Saitenspiel zurück gedrängt wird.
 Was dann eben bleibt sind teils minimalistisch anmutende und nur in wenigen Fällen wirklich extrovertierte Titel, welche die Urgewalt der Frontfrau herauslocken können. Man wünscht sich doch mehr Songs wie das famos groovende und sehr gut ausbalancierte „Heavy Cross“, in dem sich die Stimme der Ditto so richtig überschlagen darf. „For Keeps“ ist an sich ein guter Titel, sollte allerdings eine Nummer schneller auf den Hörer einwirken – wird live aber mit Sicherheit zum Liebling. Und wo wir gerade dabei sind: Auf der Bühne sind Gossip sowieso fünfundzwanzig Mal besser als auf Platte.
Ein Titel, der live und, eine ordentliche Beschallungstechnik vorausgesetzt, daheim enorm mächtig daher kommt ist die 80er Reminiszenz „Four Letter Word“, die nur deshalb nicht im Mittelmaß versinkt, weil bei aller Gemütlichkeit des Songs alle Nase lang eine wunderbar platzierte Pause die Spannung aufrecht hält.
Nicht selten allerdings hat man es zu tun mit müden Nummern wie „Love long Distance“ oder „Love and let love“, die doch eine Spur zu uninspiriert das Standardrepertoire aus knackigem Schlagzeug, stakkatoartigem Bass und den Song aufhellenden Synthies abspulen. Selbst Ditto klingt hier gelangweilt – und das ist dann auch hochgradig sträflich.
Allerdings, das muss man ehrlich sagen, war auch “Standing in the Way of Control” kein Album, auf dem es vor Hits nur so wimmelte. Auf „Music for Men“ sind davon aber nur noch zweieinhalb vertreten - und Gossip angekommen im Mainstream. Zumindest auf Platte, nicht live (einen Konzertbericht vom Gig in Mannheim gibt’s hier).
Thomas Henz
Bewertung:  Highlights: Heavy Cross, Four Letter Word Lowlights: Love Long Distance, Men in Love, Love and let love
Tracklist: 1. Dimestore Diamond 2. Heavy Cross 3. 8th Wonder 4. Love Long Distance 5. Pop Goes The World 6. Vertical Rhythm 7. Men In Love 8. For Keeps 9. 2012 10. Love And Let Love 11. Four Letter Word 12. Spare Me From The Mold
Weiteres Material: Offizielle Webseite: http://www.gossipyouth.com Myspace: http://www.myspace.com/gossipband
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