Rettet die Huskies! Die Finnen Marko Nyberg, Miika Colliander, Ville Riipa, Anssi Sopanen und deren Sängerin Reeta-Leena Korhola firmieren seit 2002 unter dem flauschigen Namen Husky Rescue, bereiten nicht zuletzt durch die zauberhafte Stimme der Frontfrau eine feine Mischung aus Folk, Electropop und Rock mit wunderbaren Melodien zu und zaubern mit ihrer dritten Studio-LP "Ship of Light" den finnischen Nachthimmel auf den Silberling.
Für The Sword stehen derzeit alle Türen offen, aber irgendwie kriegen sie die Kurve nicht. Mit „Age of Winters“ und „Gods of the Earth“ lieferten die Texaner um Frontmann J.D. Cronise zwei knallharte Metal-Brechstangen ab, mit denen sich die Band trotz ihrer Fantasy-Themen ins Vorprogramm von Metallica spielten. Harte Riffs, Referenzen zu Black Sabbath und Led Zeppelin sowie ein eigener Stil, den sie sich in Ausschnitten nur mit Trivium teilen müssen. „Warp Riders“ erzählt nun eine Geschichte aus den Fernen des Weltalls, macht seine Sache wirklich gut, lässt aber weiter auf das Überalbum warten, das der Band durchaus zuzutrauen ist.
Da ist es! "At the Edge of Time" ist das wahrhaft epische Heavy Metal Album, das Blind Guardian seit ihrem Überalbum "Nightfall in Middle Earth" schaffen wollten und das "A Night at the Opera" und "A Twist in the Myth" zu musikalischen Studien degradiert. Der Weg zurück zu alten, vielleicht zugänglicheren Zeiten scheint abgeschnitten, doch wer sich auf diesen Meilenstein einlässt, wird hinab gezogen in andere Welten und in „Wheel of Time“ belohnt mit einer schwermetallischen und musikalischen Katharsis.
Na, können sie es denn noch? Diese Frage wird sich so mancher Fan gestellt haben als 2008 die Nachricht einer Extreme Reunion die Runde machte. Die im selben Jahr veröffentlichte CD "Saudades De Rock" machte Hoffnung, doch musste die Band vor allem Live überzeugen. Die "Take us Alive" Tour bot dafür den passenden Rahmen und wie sich Extreme dabei geschlagen haben, kann nun jeder in seinem eigenen Wohnzimmer überprüfen.
Tesla sind eine Institution. Ein viertel Jahrhundert ist die Band alt und über zweieinhalbtausend Auftritte sowie weit mehr als 16 Millionen Alben haben die Jungs um Frontmann Jeff Keith seit ihrer Gründung auf dem Kerbholz. Während sie in den Staaten als Legende gelten, sind sie in Europa indes nur bei eingefleischten Bluesrock- und Metalfans bekannt. Und bei eben jenen bedanken sich Tesla nun mit einem etwas anderen Livealbum.
Pott’N‘Roll! Die Fyredogs veröffentlichen nach etlichen Jahren mit Chris Boltendahl, seines Zeichens gurgelnder Fronter der deutschen Metal-Urgesteine von Grave Digger („Tunes of War“), endlich die rotzige Rock’N’Roll LP, die sie verdienen und die nichts anderes will, als Spaß zu machen. Mit Grave Digger hat das reichlich wenig zu tun und irgendwie erinnert das Teil an Motörhead und das letzte Mal Kotzen – aber das ist alles egal, denn Hauptsache ist, dass der Nacken mitmacht.
Ja, er hasse zwar es zuzugeben, aber momentan stehe er ziemlich auf Lady Gaga. Slash alias Saul Hudson, 44 Jahre alt, Guns N' Roses-Überlebender, passionierter Zylinderträger und laut Time Magazine der beste Gitarrist aller Zeiten - nach Jimi Hendrix - ist ein wandelndes Klischee. Sein Musikgeschmack sei eben sehr weit gefächert, verkündet Slash breit grinsend, während er im Dunkel seiner Haarpracht einer frischen Kippe Leben einhaucht. Zweifel? Der beste Beweis dafür ist sein Solo-Debüt.
Befragte man die Kids heute wer die Scorpions sind, sie würden vielleicht “Wind of Change” nennen oder den älteren Herren beschreiben, der immer mal wieder in irgendwelchen unsäglichen Chartshows auftaucht. Der Stellenwert der Mannen um Frontmann Klaus Meine könnte hierzulande besser sein, im Ausland erging es den Jungs da oft schon besser. Scorpions, das sind 45 Jahre Bandgeschichte, über 100 Millionen verkaufte Alben, mehr als 200 Gold- und Platinauszeichnungen sowie tausende von Auftritten in der ganzen Welt. Und nun soll Schluss sein: Mit einem richtig guten Abschiedsalbum und einer Welttournee verabschiedet sich Deutschlands größte Rockband vom Musikgeschäft.
Mit ihrem grandiosen Debüt „Runnin‘ Wild“ und den die Stimmbänder am Limit beanspruchenden Liveshows eroberten Airbourne 2008 die Hard Rock Welt im Sturm und spielen seitdem auf vielen Festivals schon nahe der untergehenden Sonne. Mit „No Guts. No Glory.“ geht der Siegeszug weiter: Erdige Rythmen, eingängige Refrains und das Alles in einem ganzen Set famoser Songs. Die dicksten Eier of Rock ‘N‘ Roll hängen zurzeit bei Airbourne.
Bevor das Feuer loderte, war es kalt. Genauso kalt, wie es auch den Kanadiern von Priestess gewesen sein musste, als sie ihre zweite Platte aufgenommen haben. Denn was hier mit der Peitsche in klassischem Rockband-Setup aus den Lautsprechern getrieben wird, klingt in der Tat wie das akustische Äquivalent zu apathischem Hölzchenreiben bis die ganze Bude in Flammen steht.