Rettet die Huskies! Die Finnen Marko Nyberg, Miika Colliander, Ville Riipa, Anssi Sopanen und deren Sängerin Reeta-Leena Korhola firmieren seit 2002 unter dem flauschigen Namen Husky Rescue, bereiten nicht zuletzt durch die zauberhafte Stimme der Frontfrau eine feine Mischung aus Folk, Electropop und Rock mit wunderbaren Melodien zu und zaubern mit ihrer dritten Studio-LP "Ship of Light" den finnischen Nachthimmel auf den Silberling.
Bis zum neuen Album von Wolfmother ist es noch ein Weilchen hin. Doch was sich am 8. Mai anschickt in dieselbe Kerbe zu schlagen wie die Australier und doch mit reichlich musikalischer Raffinesse eine eigene wahnwitzige Blues Rock Montage kreiert, hört auf den Namen „The Parlor Mob“ und sollte für Risse in heimischen Wänden und reichlich überstrapazierte Stimmbänder sorgen. Hier wird Rock ´n Roll noch mit heißem Eisen auf einem Amboss geschmiedet.
Das hier hat Methode. Hier wollen vier Jungs aus dem Chiemgau so klingen und aussehen, als wären sie von der Insel, geben sich alle Mühe beim Bandnamen und mischen Retrosound mit ausschweifender Stimmlage und Riffs, die nicht selten Franz Ferdinand oder The Coral entliehen sein könnten. Hier noch mehr der nahe liegenden Parallelen aufzuzählen, wäre Zeitverschwendung. Denn man sollte sich lieber anhören, was die Herren auf ihrer 6-Song-EP an Ideen abfackeln. Selten hat eine deutsche Band so bravourös britisch geklungen!
An welche Bands denkt der geneigte Hörer beim Thema Progressive Rock? Ganz klar: Tool, Porcupine Tree, A perfect Circle – Opeth oder Dream Theater, wenn es ein wenig härter sein darf. Ganz wenigen fällt vielleicht eine deutsche Band namens RPWL ein und noch weniger kennen das Soloprojekt des Bandgitarristen Kalle Wallner, das auf den Namen Blind Ego hört. Dies sollte sich jetzt ändern, denn mit seiner zweiten LP stellt er sich international mit breiten Schultern auf. Und weil’s so schön ist, haben wir 3 Exemplare des Albums in treue Hände abzugeben.
Draußen tobt ein erbarmungsloser Sturm, es regnet die Sintflut und so manch neuzeitlichem Monument steht das Wasser bis zur allerletzten Antenne. Das Chaos ist handgemacht und verlangt Opfer. Eine Fabel von überbordendem Ego, die sich genauso gut verstehen lassen kann als die Geschichte einer der „wichtigsten Bands“ der deutschen Rockgeschichte. Selig waren einige Jahre lang eine Ultima Ratio der deutschen Musiklandschaft, dann kam der Niedergang. Doch die Geschichte erzählt auch von Vergebung und davon, dass am Ende doch wieder alles gut wird und wir stellen fest, dass wir viel zu lange o-ohne Selig waren.
The Black Sheep - Not part of the deal + Interview
18.03.2009
The Black Sheep, das neueste Signing von Roadrunner Records, gibt uns einen aktuellen Anlass, doch einmal näher auf die deutsche Sprache einzugehen. „Ein schwarzes Schaf sein“, diese Redewendung ist allgemein geläufig. Doch was ist ein schwarzes Schaf eigentlich? Ist dieses Idiom wirklich so negativ behaftet oder sind schwarze Schafe einfach nur anders als weiße und was haben Schafe überhaupt mit Musik zu tun? Diese und weitere Fragen hier in der CD-Review vom Erstlingswerk der Black Sheep plus exklusive O-Töne des sympathischen Frontschäfchens Charly!
Als U2 bekannt gaben, dass man Songs in Marokko aufnehmen und sich Gitarrist The Edge mit Jack White und Jimmy Page in ellenlangen Jamsessions aufhalten würde, da wurden Augen und Ohren groß. Die irischen Pop-Rocker jetzt mit Afrobeat und wilden Gitarrenspuren, die tatsächlich mehr als nur 3 Noten pro Song enthalten? Mitnichten. Anders ist anders.
„Ego, the living planet“ prangte einst ein Songtitel bei Monster Magnet in ihren glamouröseren Zeiten in den Neunzigern. Auf den ersten Blick lässt sich, so scheint es, zwischen diesen ungleichen Vertretern, insbesondere was Frisuren und Freizeitgestaltung angeht, kaum eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit feststellen, abgesehen vom Umstand, im Plattenladen unter demselben Buchstaben einsortiert zu sein. Dennoch: auf keinen anderen passt diese Bezeichnung besser als zu dem Phänomen namens Morrissey. Der Mann kreist um sich selbst, als autonomes, sich selbst regulierendes Lebens- und Schaffensprinzip, sich selbst genügend und scheinbar ohne jedes Behaftetsein zum Profanen, in vollkommener Balance von Schwerkraft und Eigendynamik, Präsenz und Abgeschiedenheit.
Allzu lange liegen der Streit mit der alten Plattenfirma und ein eher gewöhnungsbedürftiges Album, welches die Band ja nun angeblich doch recht gut leiden kann, noch nicht zurück, da bringen Mando Diao bereits ihr Nachfolgewerk zu „Never Seen the Light of Day“ heraus. Sind wir ehrlich: Wir haben doch nichts anderes erwartet als ein ziemlich gutes Album. Und was machen die Schweden? Sie liefern ein noch besseres ab.
Wenn eine neue Band an die raue Küste des unüberblickbaren Alternative-CD-Marktes geschwemmt wird, ist es nicht leicht der Versuchung zu widerstehen diese in eine vorgeformte Schublade zu stecken – ist ja auch nur menschlich. Alt oder neu, groß oder klein, schwarz oder weiß. Aber dieses Denken bezieht sich nur auf einen unserer Sinne - das Sehen. Leider blenden wir die Anderen viel zu oft aus.