Rettet die Huskies! Die Finnen Marko Nyberg, Miika Colliander, Ville Riipa, Anssi Sopanen und deren Sängerin Reeta-Leena Korhola firmieren seit 2002 unter dem flauschigen Namen Husky Rescue, bereiten nicht zuletzt durch die zauberhafte Stimme der Frontfrau eine feine Mischung aus Folk, Electropop und Rock mit wunderbaren Melodien zu und zaubern mit ihrer dritten Studio-LP "Ship of Light" den finnischen Nachthimmel auf den Silberling.
„Ich brauche das Talent eines anderen, um Musik zu machen“, sagt die schüchtern dreinblickende Französin und sieht dabei alles andere als glücklich aus. Die Beschreibungen lesen sich alle gleich. Charlotte Gainsbourg sei äußerst introvertiert, zurückhaltend und unsicher. Von jeglicher Form der Öffentlichkeit werde sie das Fürchten gelehrt, Interviews seien ihr verhasst und beim Gedanken an Live-Auftritte drehe sich ihr der Magen samt Kloß im Halse um. Dabei ist die 38-jährige Künstlerin hauptberuflich eine äußerst erfolgreiche Schauspielerin und hat in Lars von Triers „Antichrist“ erst kürzlich Dinge dargestellt, die hier nicht weiter erläutert werden möchten…
Oh, welch ach so plötzlich daherkommender Weltschmerz. Hach, mich ficht an, mein Leben sei als bald nicht mehr wert, denn diese schmachtenden Zeilen auf vergilbtem Blatte. All meine wärmenden Gedanken entflogen mir in einer bitteren Wintersnacht, als mein Leben einer funkelnden Kerze gleich von einem nur allzu schwachen Windhauch in die ewige Dunkelheit gestoßen ward. Wohin nur, wohin? Bin ich doch gefangen auf einer Insel in den ewig eisernen Weiten der nördlichen See. Das Leid hat obsiegt, mir obliegt nur noch ein allerletzter Ausweg. Lasst uns entschweben und ein Album machen, denn hier auf Föhr lässt es sich nur schwerlich aushalten!
Nein, Devendra Banhart ist kein Hippie - er trägt weder fettige Dreadlocks, noch tanzt er Ringelreigen auf beblümten Wiesen. Seine Musik allerdings lässt vermuten, dass der texanische Vertreter dessen, was man landläufig New-Weird-America nennt, irgendwann in den Astgabeln eines Pekannussbaumes geboren wurde. Hier trifft verspielter Folk auf Bossa Nova, Lo-Fi Pop und Jazz – „What will we be“ gibt sich dabei meist so klar strukturiert und mitreißend wie keine Platte des Künstlers zuvor.
Wenn man die Shootingstars der amerikanischen Singer/Songwriter-Szene in den letzten zehn Jahren aufzählt, so sticht einer unter ihnen ganz besonders heraus: Jack Johnson, der charismatische Surfer aus Hawaii, der als braungebrannter Sunnyboy mit seinem luftig leichten Gitarrenspiel die Pop-Welt verzaubert und sich in ihren Olymp geschrammelt hat. Nach vier Studio-Alben und ausgedehnten Touren in jeden Winkel der Welt, hat er nun mit „En Concert“ das Live-Album veröffentlicht. Vollgestopft mit magischen Konzertmomenten kommt es daher, um diesen Herbst sowohl von CD, als auch von DVD kräftig konsumiert zu werden.
Was kommt heraus, wenn man diverse interessante Charaktere in einem großen Topf zusammenmischt? Im besten Falle etwas ähnlich Interessantes. So wie im Falle von Martha Wainwrights neuer Platte „Sans Fusils Ni Souliers A Paris (Martha Wainwrights Piaf Record)“, auf welcher sie eine Reihe alter Chansons, mit denen einst Edith Piaf berühmt und berüchtigt wurde, neu interpretiert. Ein Künstlerkind singt die Musik eines anderen.
Einen Song von Heiner Lürig hat jeder von uns schon mal gehört, und doch ist der gute Mann im Grunde gänzlich unbekannt. Kleine Hilfe: Produzent von Heinz Rudolf Kunze, Komponist von „Dein ist mein ganzes Herz“ - jetzt klingelt‘s. Eben jener Heiner Lürig hat sich dann auch mit Tino Eisbrenner zusammengetan, um unter dem Alias Hausboot „Strom ab“ aufzunehmen, das mit einer recht pathetischen Mischung aus Pop, Folk und Country das Gemüt reizen kann, hier und da allerdings starke Momente hat.
Ein altes, englisches Theater. Das schon etwas gesetzte Publikum still und elegant, die samtenen Sitzreihen sind in seichtes Dämmerlicht getaucht. Ein Orchester. Die Atmosphäre ist gespannt aber ruhig. Alles starrt auf die glamouröse Dame auf der Bühne. Von einem einsamen Lichtkegel perfekt in Szene gesetzt strahlt sie eine einzigartige Eleganz aus, während sie das sprachlose Publikum mit ihrer donnernden Stimme gnadenlos vor sich auf die Knie zwingt.
Jedes Jahr geht eine schier unzählbare Flut an Weihnachtsalben über die auf den zur rechten Zeit fallenden Schnee wartende Hörerschaft ein. Es könnte ihr ganz schwindelig werden, wären zwischen vielen herzlosen Versuchen noch den letzten Rest des für Geschenke vorgesehenen Budgets zu rauben nicht auch einige Perlen bekannterer Künstler zu finden. Bob Dylan ging souverän voran, Sting folgte mit seinen Variationen über bekannte Titel und Tori Amos macht ihre Sache ebenfalls wie immer mit sehr viel Gefühl.
Dass Robbie Williams gerade in dem Land sein privates Glück findet, das ihn musikalisch bisher verschmähte, zeugt von einer gewissen Ironie, die schon immer zur Karriere dieses Ausnahmekünstlers gehörte. Nach dem unvermeidbaren Rückschlag „Rudebox“ meldet sich der König der europäischen Popmusik zurück und zeigt sich ganz reumütig. Das ist man zwar nicht gewohnt, aber es steht ihm doch ganz gut.